Du fragst dich bestimmt, wer ist denn Lotti? Heute an ihrem Jahrestag habe ich die Ehre, sie dir vorzustellen. Sie ist quasi die große Schwester von Ludwig. Wenn du dich jetzt fragst, wer ist denn dieser Ludwig, dann kannst du das hier nachlesen. Lotti ist dir auf jeden Fall auf diesem Blog schon begegnet. Aber lass es mir dir von vorne erzählen.
Ab Mitte Februar waren Jakob und ich stolze Besitzer eines DHL Postkofferwagens. Anfang März kam es dann zur ersten Begegnung im Garten meiner Mutter.
Im März 2025 war also unsere erste Begegnung. Ganz ehrlich, wir konnten es noch kaum glauben. Doch, es war real und so ging es mit dem Ausbau los. Als erstes mussten natürlich die Regale raus. Sie waren so fest befestigt, dass Bernd, mein Bruder, seine größte Mühe hatte. Die Flex war dann die Rettung.

Nachdem der Koffer leer war, ging es darum, zu überlegen, wo was hinkommt. Eine gute Planung ist nämlich Voraussetzung für einen gelungenen Ausbau. Also, erst einmal mit Krepppapier alle Bereiche abkleben.

So, jetzt konnte es aber richtig losgehen. Zuerst bauten wir aus Latten eine Unterkonstruktion an den Wänden, zwecks Stabilität und Befestigung. Dann ging es an die Isolierung der Wände. Wir haben nur natürliche Materialien verwendet, denn ein gutes und gesundes Raumklima ist mir einfach wichtig.

So schnitten wir Holzfaserplatten zu und…

und kämpften mit dem RollKork.

So, der Kork ist drauf.

Die Lattung der Decke war etwas knifflig, da das Dach eine geringe Neigung hatte, damit das Wasser abfließen kann. Wir haben die Schräge ausgeglichen und somit eine gerade Decke. Die Latten selber wurden natürlich wieder mit Sika Flex befestigt.

Wie gut, dass es in meiner Familie einen Physiker, nämlich meinen Schwager, Stefan gibt, der sich der Elektrik angenommen hat. Ganz ehrlich, davon hatten wir keine Ahnung und waren froh, einen 12 V sowie einen 230 V Stromkreis zu haben.

Nachdem wir die Decke noch mit 4 cm dicken Hanf-, Leinenfaserplatten isoliert hatten, wurde es schon richtig wohnlich: Die Wände und die Decke wurden mit Pappelsperrholzplatten verkleidet. Jetzt wirkte der Raum wie ein richtiges Zimmer. Immerhin hatten wir knapp 9 m² Raum.

Das Einbauen der Fenster war ein sehr aufregendes Ereignis. Wir wussten alle, hier darf nichts schief gehen. Wir entschieden uns für ein Seitenefnster, ein Dachfenster sowie ein Dachventilator. Das einzige Seitenfenster sollte im Esszimmer sein und zwar genau auf der Höhe, damit ich während dem Essen auch hinaus schauen kann.

Als Kleber für die Fenster kam natürlich wieder Sika Flex zum Einsatz. Ich kann dir sagen, dass ich heilfroh war, dass das Fenster genau in die Öffnung passte.

Der überschüssige Kleber, den es an den Seiten hinaus gedrückt hat, musste natürlich sauber abgezogen werden.

Dann ging es ans Dach. Ich wollte unbedingt ein Dachfenster über dem Bett, damit ich nachts den Sternenhimmel sehen kann.

Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, die schwierigste und aufwändigste Arbeit ist nun vorbei.

Nun ging es an das Streichen. Natürlich wählten wir eine Farbe auf Wasserbasis. Sie trägt den wunderbaren Namen „Weiß mit Schmelz“.

Schau dir das an! Ist das Ergebnis nicht wunderschön?

Mein Bruder Bernd verlegte uns diesen bezaubernden Boden. Er ist aus Kork mit Digitalaufdruck. Er isoliert und sieht auch noch gut aus.

Dann ging es ans Einrichten. Komm mit und schau dir die Einrichtung einmal genau an! Mir war wichtig, dass der Raum fürs Auge sehr ruhig gestaltet ist und man das Gefühl der Weite und Größe hat. Ich verfolgte das Farbkonzept mit den Farben weiß, blau und beige. Bei der Auswahl der möbelorientierte ich mich an ganz normalen Einrichtungsgegenständen, da ich nicht das Gefühl haben wollte, in einem beengten Wohnmobil zu sein. Außerdem brauchte ich ja noch viel Platz für meinen Rollstuhl. Ich musste mir genau überlegen wie und wo kann ich mal wenden, wie und wo gehe ich auf die Toilette, wie und wo gelange ich ins Bett. Das sind Fragen, die sich sonst niemand stellen muss. Für mich sind sie aber lebensnotwendig.
Wenn du bei der Schiebetüre hinein kommst, findest du auf der rechten Seite gleich die Garderobe. Natürlich hängen da nicht nur Jacken und die Fototasche, sondern auch unsere Postkäppis.

Die Küche gefällt mir besonders gut. Übrigens ist das Regal über dem Küchenbuffet ein Bücherregal fürs Kinderzimmer.

Tja, und dann musste auch noch ein bisschen Luxus mit einziehen, wie zum Beispiel diese Espressomaschine. Ganz ehrlich, auf einen Espresso mit aufgeschäumter Milch möchte ich am Morgen nicht verzichten.

Damit wir auch gute zwei Wochen autark leben können, habe ich mir diese leistungsstarke Akkubox geleistet. Da sie wirklich sehr teuer ist, habe ich da lange hin und her überlegt. Doch die Vorteile überwogen dann doch.

Unser Essbereich: du siehst hier diesen wirklich flexiblen Tisch von Lagun mit einem zusätzlichen Schwenkarm. Wir können an unterschiedlichen Positionen Sitzen und den Tisch ganz flexibel bewegen. Dann ist dir bestimmt dieses weiße kastenförmige Möbel aufgefallen. Das hat Jakob selber gebaut. Erstens um die hässliche Akkuox zu verstecken und zweitens eine Sitzgelegenheit am Esstisch zu haben. So können wir uns beide gegenübersitzen und schön aus dem Fenster schauen.

Das Sitzmöbel und die Tischplatte sind natürlich mit der gleichen Farbe gestrichen wie die Wände und die Decke.

Da es in unserem Reisemobil sehr wohnlich sein sollte, musste natürlich auch ein kleines Sofa her. Paula durfte es Probesitzen.

Wenn du auf dem Sofa sitzt, geht dein Blick direkt zu unserem kleinen Holzofen. Ich kann dir sagen, es gibt nichts Schöneres, als an einem kalten Abend auf dem Sofa zu sitzen, das Feuer im Kamin zu sehen, die Wärme zu spüren und das Holz knistern zu hören. Das Regal für das Feuerholz hat Jakob natürlich wieder selber gebaut. Was du unter dem Regal siehst, ist der Radkasten. Ich finde, wir haben für den hässlichen Radkasten eine tolle Lösung gefunden. Neben dem Holzofen siehst du eine weitere Sitzgelegenheit. Nein, es ist unsere Toilette! Hättest du das gedacht? Es ist eine Trockentrenntoilette, die meinen ästhetischen Ansprüchen genügt.

Sie ist doch ein richtiges Schmuckstück, oder?

Hinten im Heckbereich findest du den äußerst gemütlichen Bereich, nämlich unser Schlafzimmer. Auch hier war es mir wichtig, ein richtiges Bett zu haben. Da ich mich tagsüber immer wieder mal hinlegen muss (sonst bekomme ich vom Sitzen zu viele Druckstellen an meinem Allerwertesten) leistete ich mir den Luxus eines elektrischen Lattenrostes. Die kleinen, süßen Regale, die du an der Wand hängen siehst, habe ich wieder bei den Kindermöbeln gefunden. Ich finde sie passen herrlich hier her.

In dem kleinen Regal über dem Bett sind beispielsweise unsere Badutensilien.

Ich kann dir gar nicht sagen, wie froh wir waren, dass bereits nach 3,5 Monaten unser rollendes Zuhause fertig war. Natürlich hatten wir viele Helferinnen und Helfer an unserer Seite. Jede und jeder trug mit seinem ganz individuellen Beitrag dazu bei, dass unser Traum in Erfüllung ging.

Nach dem Ausbau ging es für uns auf Reise. Im Sommer verbrachten wir sechs Wochen in Italien. Das war also der große Test, ob all das, was wir uns überlegt und ausgebaut haben auch wirklich funktioniert. Ich kann nur sagen: Test mit Bestnote bestanden. Das musste natürlich gefeiert werden. Im Herbst luden wir alle Helferinnen und Helfer ein und würdigten ihre Arbeit mit einer Urkunde und einer entsprechenden Laudatio.

An dem feierlichen Abend gab es auch eine kurze Filmvorführung, die den Entstehungsprozess vom Postkofferwagen zum Rolli- Camper kurz umreißt.







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