Im Bereich Unterhaltung möchte ich Dir einen Einblick in das geben, was mir unterwegs Freude bereitet bzw. womit ich mich gerne beschäftige. Das können ein gutes Buch, Lieblingsmusik, tolle Filme, Hörbücher, Spiele oder Bewegung an der frischen Luft sein. Du wirst sehen, da ist bei mir, äh ich meine bei uns so einiges geboten.

Radeln im Ötztal

Seit ich Fahrrad fahren kann, liebe ich diese Art der Bewegung. Ich genieße es durch schöne Landschaften zu radeln und den Fahrtwind zu spüren. Das nicht mehr zu können, war für mich manchmal schlimm. Ich hatte mir dann zunächst Stützräder für Erwachsene gekauft, doch das Auf- und Absteigen gestaltete sich schon sehr beschwerlich und sicher war das Fahren auch nicht.

Es musste also eine andere Lösung her. Diese Lösung hieß: Ein Parallel-Tandem. Nach langer Recherche im Internet bin ich fündig geworden. In Holland gibt es Händler und Hersteller, die solche Gefährte vertreiben und herstellen. Ja und ebay sowie eine große Finanzspritze meiner Familie machten es möglich, dass wir stolze Besitzer eines Parallel-Tandems sind. Jakob und ich waren von Anfang an von dem Fahrgefühl und der Tatsache nebeneinandersitzend zu radeln begeistert. Wir können uns jederzeit darüber austauschen, was wir sehen und immer ohne absteigen zu müssen anhalten und beobachten. Ein weiterer Vorteil, der uns bald zu Teil wurde, ist, dass wir in jedem noch so überfüllten Biergarten immer einen Sitzplatz haben und auf unseren eigenen Tabletts Speisen und Getränke genießen können.

Wie das dann aussieht, kannst du hier sehen:

Auf dem Weg nach Siebenbürgen im Sommer 2019

Manchmal ziehen sich so Strecken über die Autobahn einfach nur hin. Wenn dann noch eine öde Landschaft oder viel Verkehr dazu kommen, wie bei Budapest in Ungarn, hilft es ungemein sich mit einem Hörbuch abzulenken. Wir taten das mit „Junge rettet Freund aus Teich“ von Heinz Strunk. Es ist ein autobiographisches Buch von Heinz Strunk persönlich gelesen. Es ist traurig, witzig und berührend. Ich wurde immer wieder auch an meine Kindheit erinnert. Wer Heinz Strunk mag, wird es mögen!

Unser Abendprogramm beinhaltete manchmal auch eine Dokumentationsreihe von David Attenborough über die Galapagos-Inseln. Es ist unglaublich interessant zu sehen, wie sich dort die Pflanzen- und Tierwelt in Isolation entwickelt hat. Was dort die Evolution hervorgebracht hat, ist einfach fantastisch. Wenn du informative Dokumentationen, die mit Begeisterung und Humor von David Attenborough berichtet werden, magst, liegst du damit genau richtig!

Danke lieber Markus für dieses tolle Geburtstagsgeschenk!

Natürlich nehmen wir auch immer einige Bücher mit. Du musst dir das dann so vorstellen, dass wir immer gemeinsam lesen, damit wir uns auch zeitgleich darüber austauschen können.

So hatten wir für unsere Reise nach Rumänien das Buch: „Mit Mut zum Glück. Das Leben wagen“ von Franz-Joseph Huainigg dabei. Der Autor schildert hier sehr persönlich und zutiefst berührend von seinem Leben mit seiner Behinderung. Dabei verschont er die Leser nicht. Durch seine sehr humorvolle Schreibweise und seine unglaublich positive Sicht auf sein Leben und die Zustände, die ihn umgeben, war es ein Genuss dieses Buch zu lesen. Es öffnet einem die Augen für das, was wirklich wichtig ist und gibt viele Anlässe sich auszutauschen. Zumindest war es bei Jakob und mir so.

Auf einer Autofahrt haben wir im Radio ein Interview mit ihm gehört und waren von seiner Lebensweisheit gleich sehr angetan.

Ein weiteres Buch, das wir dabei hatten, war das Buch: „Unter Palmen aus Stahl“ von Dominik Bloh. In diesem Buch reflektiert der Autor sein unverschuldetes Leben auf der Straße. Es ist so geschrieben, dass es mich von der ersten Zeile an sowohl inhaltlich als auch sprachlich in den Bann gezogen hat. Es war sehr faszinierend von einem ehemaligen Obdachlosen zu erfahren wie ein Leben auf der Straße aussieht. So beschreibt er zahlreiche Missstände der Behörden und räumt mit dem Klischee-Denken: „In Deutschland muss niemand obdachlos sein“ auf. In vielen Situationen ging es einfach ums nackte Überleben. Klar, dass dann Straftaten kein Hindernis mehr sind. Diese Zusammenhänge erfährst du hier aus erster Hand – hautnah. Ein Höhepunkt in diesem Buch ist sicherlich Dominiks Einsatz in der Flüchtlingshilfe. Hier kann er seine Straßenerfahrungen hilfreich einbringen, gewinnt Freunde, einen Sinn in seinem Leben und findet so wieder zu sich. Fazit: Dieses Buch regt zum Nachdenken an und bricht die ein oder andere Sichtweise gegenüber Obdachlosen auf. Ist also absolut empfehlenswert!

Danke lieber Frank für dieses sehr berührende Buchgeschenk!

In Rumänien haben wir uns das Buch von Hape Kerkeling: „Der Junge muss an die frische Luft“ von Hape persönlich vorlesen lassen. Er nimmt dich mit in seine Kindheit mit all seinen emotionalen Tiefschlägen, die man eigentlich nur aufgrund seiner optimistischen und humorvollen Art nicht allzu schwer nimmt. Ich bewundere wie Hape es schafft, viele schwierige Begegnungen sehr humorvoll, aber den Menschen gegenüber immer wertschätzend zu beschreiben. Ich habe durch das Buch verstanden wieso Hape so geworden ist, wie er ist und was man unter Resilienz versteht. Außerdem sorgte er bei mir für einen ständigen Ohrwurm: „Du bist nicht allein..“.

Danke Hape für diesen mutigen Einblick in deine Kindheit!

An so manchem frühen Morgen regte uns Gerald Hüther (natürlich nach unserem Morgenkaffee 🙂 ) mit seinem damals neuen Buch dazu an über uns selbst und unsere Gesellschaft nachzudenken und uns darüber auszutauschen. Der Autor klärt zunächst den Begriff „Würde“, fragt woher sie kommt, in welchen Bereichen (und das sind so viele) wir sie verloren haben und wie wir sie wieder finden können. Ein für mich wichtiger und neuer Aspekt war die Würde gegenüber sich selbst, ohne die eine Würde gegenüber Anderen nicht funktioniert. Es stecken so viele kluge Gedanken und Einsichten darin, die, wenn man sie beherzigen würde, unsere Welt so viel „würdevoller“ und dadurch wertschätzender machen würden.

Danke Gerald Hüther für das Teilen dieser wunderbaren Gedanken!

Um ein bisschen siebenbürgisches Urlaubsfeeling mit nach Deutschland zu nehmen, begannen wir bereits auf dem Campingplatz „Paula“ mit dem Lesen des Buches: Ein Dorf wie nirgends anderswo, das wir in Sibiu im Erasmus Büchercafé gekauft haben. Natürlich mit anschließendem leckeren Cappuccino im Innenhof.

In diesem Buch erzählt Annette Schorb über ihre Auswanderung nach Viscri (Deutsch Weißkirch) im Jahre 1991 und ihren gemeinsamen 22jährigen Verbleib mit ihrem Mann in Siebenbürgen. Ihre Erinnerungen beginnen mit der turbulenten Zeit nach der Wende. Was mir dabei sehr gefallen hat, war ihre objektive Sicht auf das dörfliche Leben. Hier war nicht alles herrlich, wunderbar und traumhaft schön. Nein hier gab es auch Probleme und Herausforderungen, die sie manchmal verzweifeln ließen. Wer mehr über das Buch erfahren möchte, kann hier nachlesen.https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/20123-annette-schorbs-aussergewoehnliche-liebe.html

Danke für diesen ehrlichen Einblick!

Auf der Reise in die Maramures (Sommer 2021)

Da Jakob und ich gerne unsere Zeit mit Spielen vertreiben, haben wir bei unseren Reisen das ein oder andere Spiel dabei.

So spielen wir zum Beispiel immer wieder das klassische Spiel: Mensch ärgere dich nicht. Auf unserem Spielbrett gibt es allerdings den Zusatz, dass man, wenn man ein Feld in der Mitte erreicht auf die gegenüberliegende Seite, also diagonal wechseln muss. Das macht das Spiel spannender und unvorhersehbarer.

Jakobs Sieg!

Ein weiteres heißbegehrtes Spiel ist: Geister, Geister, Schatzsuchmeister. Es ist ein Kooperationsspiel bei dem man gemeinsam Diamanten sammeln und gegen Geister und Spuke kämpfen muss. Es ist eine Mischung aus Taktik sowie Glück und kann süchtig machen!

Unser schwer erkämpfter Sieg.

Als Nachmittagslektüre lasen wir natürlich bei Kaffee und Kuchen das Buch „Djadi, Flüchtlingsjunge“. Peter Härtling beschreibt hier die Erlebnisse eines 11-jährigen Jungen, der in Syrien seine Geschwister und Eltern verloren hat. Er wird von Wladi, der in einer Senioren-WG lebt (sehr ungewöhnlich, aber sehr interessant) aufgenommen. Ein sehr aktuelles Thema, das vielseitig beleuchtet (mit unterschiedlichen Denkweisen) wird und spannend zu lesen ist. Der Autor schafft es sehr gut aufzuzeigen, was Flucht für die Betroffenen bedeutet und es nicht nur um die Erfüllung von ganz banalen Bedürfnissen geht. Die Sprache ist dabei einfach, stets einfühlsam und humorvoll. Ein Buch von Peter Härtling eben!

Danke Peter Härtling für dieses sehr aktuelle Kinderbuch, das ebenso für Erwachsene geeignet ist.

Abends vertrieben wir uns mit ausgewählten Serien unsere Zeit. Jakob ließ es sich nicht nehmen zu der bayerischen Serie „Der ganz normale Wahnsinn“ eine ausführlichste Rezension zu schreiben. Also halte durch, es lohnt sich!

Diese DVD Sammlung von Helmut Dietl befindet sich schon seit Menschengedenken zuhause im DVD Regal neben anderen bayerischen Kultserien wie Monaco Franze und Co. Immer war ich der Meinung diese Serie zur Gänze angeschaut zu haben. Brigitte meinte da aber, ich hätte damals kein Bock mehr gehabt und nach ein paar Folgen aufgehört sie weiter zu schauen. Was für eine Dummheit. Zu nervig sei Gloria gewesen und überhaupt. Es ist schon viele Jahre her. Ich gab der Serie eine weitere Chance und kann schon vornweg nehmen, dass es eine sehr gute Idee war diese nach Rumänien mitgenommen zu haben. Erneut tauchten wir also ein in den ganz normalen Wahnsinn. Das Drehbuch ist mindestens so turbulent und unvorhergesehen wie die einzelnen Charakteren. Der chaotische Journalist Maximilian Glanz eckt mit seiner kompromisslosen Haltung ständig an und steht sich seiner Karriere als großer Autor ständig im Weg. Für sein Buch „Woran es liegt, dass der Einzelne sich nicht wohl fühlt, obwohl es uns allen doch so gut geht“ findet er keinen Verleger und dann kommt alles anders. Von diesen Widersprüchen handelt diese Serie. Gloria, die Maximilian als zukünftigen Erfolgsautor bewundert und auch immer wieder an der Realität scheitert wird tatsächlich sehr nervig-gut dargestellt von Mo Schwarz. Diese Hassliebe zieht sich durch die ganze Serie durch, ein Beziehungsalbtraum à la Woody Allen. Bevor sich nun alles zu wiederholen scheint, macht die Serie im Achten Kapitel eine Wendung. Es geht nach Cannes. Ab diesem Zeitpunkt wird vieles improvisiert, man weiß nicht ob es noch ein Drehbuch gibt. Ich denke mir, jetzt hat Dietl die Kontrolle verloren, aber Pustekuchen! Die Serie kann sich noch steigern und gipfelt in einer absurden Zukunftsvision. Eine Serie aus einer Zeit, wo Kreativität noch in die Produktion einfließen konnte. Aber man muss es können, und Dietl zeigt es uns.

Bayerische Serien machen einfach süchtig!

Da wir lange unterwegs waren, packten wir eine weitere bayerische Serie, nämlich „Kir Royal“, auch von Helmut Dietl ein. Diese Serie handelt von einem Klatschreporter und ist eine Persiflage auf die Münchner Abendzeitung. Die Protagonisten waren mir allesamt nicht sehr sympathisch. Dennoch war es interessant die Lebensläufe der einzelnen Personen zu verfolgen. Helmut Dietl ist eben ein Meister der bayerischen Dialoge und ein absoluter Kenner der Münchner Schickeria.

Ich liebe Helmut Dietl und seine Serien!

In der letzten Urlaubswoche lasen wir ein Buch, das Jakob dir vorstellt:

Linda Zervakis´ Buch beginnt in einem unterhaltsamen und lockeren Ton. Sie erzählt aus ihrem heutigen Leben und flicht die Vergangenheit ihrer Familie hinein. Ihre Mutter vertraut Linda ihr Tagebuch an, das die Erlebnisse und Geschichten ihrer Eltern aus Griechenland aufzeigt. Da nun diese Tagebuchaufzeichnungen bereits nur das beinhalten, was zum einen die Großeltern weitergegeben haben und zum anderen was Linda´s Mutter aufgeschrieben hat, wird durch das erneute Erzählen von Linda die Vergangenheit schemenhaft und gefiltert. Gut, das mag zunächst die große Herausforderung sein beim Aufzeichnen der Vergangenheit, wäre da nicht die Eigenschaft, nebst den Fakten die Geschichten emotional greifbar zu vermitteln. Das gelingt Linda nur sehr bedingt, die wirklich erzählenswerten Erlebnisse flachen in ihrer Wirksamkeit ab und bleiben an der Oberfläche.

Das Buch ist wie sein Titel übersetzt, nämlich: So lala

Jetzt stelle ich dir ein Spiel vor, das ganz großes Suchtpotential besitzt. Es heißt TAC und wird von vier Spielern in 2er Teams gespielt. Es hat gewisse Ähnlichkeit mit dem Brettspiel „Mensch ärgere dich nicht“, ist allerdings viel abwechslungsreicher, spannender, aufregender, unvorhersehbarer, taktischer, einfach um ein Vielfaches genialer. Außerdem ist es ein haptischer und optischer Genuss. Es gibt kaum ein Spiel, das bei mir ähnliche Spielfreude auslöst.

Danke an die Spielentwickler sowie an Sabine und Stefan, die das Spiel immer von A nach B schleppen, damit wir überall gemeinsam unserer TAC-Spielsucht nachgehen können!

Während der Zeit auf dem Campingplatz in Muggia haben wir das Buch: „Tati, erzähl“ gelesen. Ich muss ehrlich gestehen, ich bin seit meiner Kindheit bisschen Fan von Peter Maffay. Das heißt, ich mag einige Lieder seiner Musik, fand Tabaluga ganz nett und verfolge so ein bisschen seine Projekte. Da entdeckte ich dieses Buch. Dieser Titel hat mich sofort zum Schmunzeln gebracht, zumal ich meinen Vater in meinen frühen Kinderjahren auch Tati genannt habe. Nur im Kindergarten wusste niemand wen ich damit meine und so wechselte ich dann zu Papa.

Wilhelm Makkay, der Vater von Peter Maffay, gibt uns einen Einblick in das Leben der Familie, die in deren ursprünglichen Heimat Siebenbürgen (Rumänien) mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. „Tati, erzähl“ – hat Peter Maffay seinen Vater oftmals gebeten, wenn er Geschichten hören wollte. Mich hat es natürlich auch an die Vergangenheit meiner Eltern und Großeltern erinnert. Vieles kannte ich und manches erschloss sich mir neu. Es ist schön gestaltet mit vielen Fotos aus der Zeit und einigen Rezepten aus der siebenbürgischen Küche, wie das Lieblingsgericht von Peter, nämlich Tokana (ich mag das auch sehr!).

Danke lieber Wilhelm für deine Erinnerungen, die uns helfen, Vergangenes besser zu verstehen und deine herausragenden Kochkünste. Auf dem Bild ist ein siebenbürgisches Gericht, das du in dem Buch findest, zu sehen. Wer weiß, was da in dem Schälchen ist?

3 Antworten

  1. Sabine Lengerer

    Dank der Idee von Stefan, die Spielregeln ein wenig zu ändern, haben wir im Team mehr Chancen, die Geister und den Spuk zu besiegen!

  2. Jakob Krattiger

    Es kommt mir so vor, als hätten wir das Buch erst kürzlich gelesen. Ich seh uns noch, wie wir in Kerz auf dem Campingplatz sassen und über dieses Thema gesprochen haben. Offensichtlich ein Buch, dessen Inhalt mir geblieben ist.

    • BrigF

      Mir ist der Inhalt auch so geblieben. Er ist zur Zeit wichtiger denn je. Ein Leben in „Würde“ ist eine echte Herausforderung. Gut, dass wir uns so intensiv damit beschäftigt haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert